Spielen ja – aber im richtigen Maß

November 20th, 2012

Das Spielen am Computer oder an diversen Spielkonsolen gehört heutzutage für viele junge, aber auch zunehmend für ältere Menschen zum täglichen Leben. Was früher Brett- oder Kartenspiele leisteten übernimmt heute das virtuelle Spielerlebnis. Dabei ist das Spielen zum Zwecke der Entspannung und zum Abschalten vom häufig stressigen Alltag durchaus positiv zu bewerten und kann einen vergnüglichen Zeitvertreib darstellen. Kritisch wird es erst dann, wenn das Spiel zur Sucht und die Entspannung zur Last wird.

Was genau definiert eine Computerspielsucht?

Nicht jeder, der regelmäßig Videospiele spielt, ist gleich als süchtig einzustufen. Solange die Games mit Freude gespielt und die jeweiligen Sessions so eingeteilt werden, dass sie nicht mit anderen, weitaus wichtigeren Bereichen des Lebens wie der Arbeit, der Familie oder der Gesundheit kollidieren und diese negativ beeinflussen, stellen sie eine harmlose Freizeitbeschäftigung wie lesen, Sport oder fernsehen dar. Ein besorgniserregendes Stadium ist erst dann erreicht, wenn das Spielen nicht mehr zum Spaß, sondern aus einem schieren Zwang heraus betrieben wird. Ein Spielsüchtiger beschäftigt sich abseits der Videospiele gedanklich weiter mit diesen und verliert daher den Fokus für gesellschaftliche Angelegenheiten. Es entwickelt sich ein heftiger Drang, der die betroffenen Personen dazu nötigt, sich wieder den Computerspielen zu widmen, selbst wenn dadurch wichtige Termine oder notwendige Arbeiten in den Hintergrund rücken und vernachlässigt werden müssen. Hält irgendjemand oder irgendetwas sie vom spielen ab, reagieren Süchtige oft gereizt, nervös und zuweilen auch aggressiv. Eine Computerspielsucht (hier ein Artikel zum Thema) kann in ihren schlimmsten Ausmaßen das gesamte Leben des Betroffenen beherrschen und ihm Job, Familie und sogar das körperliche Wohlergehen kosten, da häufig auch die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme zugunsten längerer Spielzeiten ausgesetzt wird und es an ausreichend Schlaf und Bewegung mangelt. Darüber hinaus gelingt es Computerspielsüchtigen, auch mit der Hilfe ihres Freundes- oder Verwandtenkreises nicht, selbstständig mit dem Spielen von Computerspielen aufzuhören.

Junge Männer am häufigsten betroffen

In besonders schlimmen Fällen der Sucht werden alle sozialen Kontakte und auch die Körperhygiene vernachlässigt. Foto:© Epibrate Images - Fotolia.com

Bei den insgesamt von einer Computerspielsucht Betroffenen schwanken die Einschätzungen zwischen 1 und 6 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die größte Gruppe machen dabei aber ohne jeden Zweifel junge Männer zwischen 20 und 25 aus. Die Ursachen dafür sehen Forscher in anderen psychischen Erkrankungen, die sich in der Flucht in die virtuelle Welt äußern. Auslöser für diese psychischen Erkrankungen können z.B. berufliche oder private Misserfolge wie eine gescheiterte Ausbildung oder Beziehung sein. In der Spielwelt leben sie dann ihre Phantasien aus und haben Erfolge zu verzeichnen. Hinzu kommt, dass Computerspiele mit hoher Wahrscheinlichkeit das Belohnungssystem im Gehirn anregen, wodurch es zu einer vermehrten Ausschüttung von Glückshormonen im Körper kommt. Das Gehirn reagiert dann bei Reizen, die es mit den Computerspielen in Verbindung setzt, mit Belohnungen und regt so zum Weiterspielen an. Bei Männern ist dieses Belohnungszentrum deutlich stärker ausgeprägt als bei Frauen. Drogen wie Alkohol oder Cannabis verursachen ähnliche Prozesse.

Wieviel Stunden Spiel pro Woche sind vertretbar?

Generell gilt die Annahme, dass maximal 2 bis 3 Stunden Spielen pro Tag unbedenklich sind. Sollte es jedoch darüber hinaus gehen, entscheiden die eventuell auftretenden Begleiterscheinungen über eine sich womöglich anbahnende Sucht. Werden wichtige Dinge wie Essen, soziale Kontakte, Ausbildung, Arbeit oder die Körperhygiene zugunsten des Spielens vernachlässigt oder gar gänzlich aufgegeben, ist eine Sucht wahrscheinlich und sollte professionelle Hilfe zu Rate gezogen werden. Auch der isolierte Genuss von Videospielen ist eine wichtige Voraussetzung für die Vermeidung einer möglichen Sucht. Die Videospiele sollten nur solange den Geist und die Konzentration vereinnahmen, solange sie auch gespielt werden und nicht darüber hinaus.

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